MORNING BRIEFING - Deutschland/Europa

02.04.2025 / 07:30 Uhr

Der Markt-Überblick am Morgen, zusammengestellt von Dow Jones Newswires:

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+++++ TAGESTHEMA +++++

US-Präsident Donald Trump hat sich mit seinen Wirtschaftsberatern im Weißen Haus getroffen, um die letzten Details seiner Zollpläne auszuarbeiten. "Er sitzt gerade mit seinem Handels- und Zollteam zusammen, um sicherzustellen, dass dies ein perfektes Geschäft für das amerikanische Volk und die amerikanischen Arbeiter ist", sagte die Pressesprecherin des Weißen Hauses, Karoline Leavitt, zu Reportern. "Und Sie alle werden es in etwa 24 Stunden herausfinden." Leavitt fügte hinzu, dass Trump bereits über sein Gesamtkonzept für die Zölle entschieden habe, lehnte es aber ab, weitere Einzelheiten zu nennen. Die Bekanntgabe ist für 22:00 Uhr MESZ geplant.

Die europäische Regulierung im Technologiesektor stellt für die USA ein Handelshemmnis dar. Sie betreffe amerikanische Unternehmen unverhältnismäßig stark, heißt es in einem US-Handelsbericht. In dem Bericht werden "exzessive Strafen" für US-Konzerne moniert. Die EU hat im weltweiten Vergleich sehr strikte Regeln, die die weltgrößten Unternehmen und Online-Plattformen wie Google, Apple und Meta Platforms betreffen.

+++++ AUSBLICK UNTERNEHMEN +++++

07:30 DE/Auto1 Group SE, ausführliches Jahresergebnis

22:00 US/Amgen Inc, Ergebnis 4Q

Im Laufe des Tages:

- US/Tesla Inc, Absatzzahlen 1Q

+++++ AUSBLICK KONJUNKTUR +++++

- US 
    14:15 ADP-Arbeitsmarktbericht März 
          Beschäftigung privater Sektor 
          PROGNOSE: +120.000 Stellen 
          zuvor:     +77.000 Stellen 
 
    16:00 Auftragseingang Industrie Februar 
          PROGNOSE: +0,5% gg Vm 
          zuvor:    +1,7% gg Vm 
 

+++++ ÜBERSICHT FUTURES / INDIZES +++++

Aktuell: 
Index                       zuletzt  +/- % 
DAX Futures               22.706,00  -0,2% 
E-Mini-Future S&P-500      5.665,25  -0,2% 
E-Mini-Future Nasdaq-100  19.568,00  -0,2% 
Nikkei-225 (Tokio)        35.662,16  +0,1% 
Hang-Seng (Hongk.)        23.221,83  +0,1% 
Schanghai-Comp.            3.356,41  +0,2% 
 
Dienstag: 
DAX               22.539,98  +1,7% 
DAX-Future        22.727,00  +1,6% 
XDAX              22.507,23  -0,1% 
MDAX              27.691,41  +1,1% 
TecDAX             3.636,42  +1,3% 
SDAX              15.421,64  +1,2% 
Euro-Stoxx-50      5.320,30  +1,4% 
Stoxx-50           4.596,52  +1,1% 
Dow-Jones         41.989,96  -0,0% 
S&P-500            5.633,07  +0,4% 
Nasdaq Composite  17.449,89  +0,9% 
 

+++++ FINANZMÄRKTE +++++

EUROPA

Ausblick: Auf einen weiteren Tag des Abwartens stellen sich Händler ein. Die mit Spannung erwarteten US-Strafzölle gegen den Rest der Welt werden erst am Abend europäischer Zeit bekannt gegeben (22:00 Uhr MESZ). Von den Börsen werden daher keine signifikanten Bewegungen und Umsätze erwartet. Die Börsen in Asien zeigen sich ebenfalls kaum bewegt und pendeln um die Vortagesschlussstände. Die Zolldetails von Trump könnten für eine weitere Markterholung sorgen, da dann die Leidtragenden seiner Politik klar von den Davongekommenen getrennt werden können.

Rückblick: Fest - Die Aufschläge wurden als reine Gegenbewegung auf die vorherigen Verluste bezeichnet. Denn die reziproken Zölle, die US-Präsident Trump am Mittwoch verkünden wird, warfen ihre Schatten voraus. Die EU-Länder müssen laut DZ Bank diese nur in wenigen Bereichen ernsthaft fürchten. In vielen wichtigen Exportsektoren, wie der Pharmaindustrie oder dem Maschinenbau, seien die Zollabstände gering. Warengruppen mit sehr hohen Zolldifferenzen hätten dagegen häufig nur eine kleine Bedeutung beim Handel zwischen den USA und Europa. Das treffe etwa auf Nahrungsmittel und Agrargüter zu. Die Achillesferse der Europäer bleibe der Automobilsektor. Etwas Unterstützung erhielten die Börsen von gesunkenen Inflationsdaten aus der Eurozone. Bankentitel legten europaweit um 1,9 Prozent zu. Europäische Branchenaktien seien aufgrund günstiger Bewertungen und starker Gewinnaussichten attraktiv, so die UBS. Für Technologiewerte ging es ebenfalls um 1,9 Prozent nach oben, alle Branchen-Indizes schlossen im Plus.

DAX/MDAX/SDAX/TECDAX

Sehr fest - Anleger griffen zu Aktien, die von dem Investitionsprogramm in Deutschland profitieren dürften, vor allem Unternehmen aus den Sektoren Verteidigung und Infrastruktur waren gefragt. Im DAX legten Rheinmetall (+2,7%), MTU (+2,3%) oder auch Heidelberg Materials (+2,3%) zu, in der zweiten Reihe waren Thyssenkrupp (+6%) und Renk (+3,8%) sehr fest. Gewinner im DAX waren Commerzbank mit Plus 7,4 Prozent. Adidas legten um 3,1 Prozent zu. Stifel verwies auf ermutigende Aussagen zum ersten Quartal 2025.

XETRA-NACHBÖRSE

Vor Bekanntgabe der Details zu den US-Zöllen durch Präsident Donald Trump am Mittwoch seien die Umsätze sehr moderat gewesen, sagte ein Händler von Lang & Schwarz. Bei den Einzelwerten wurde die Continental-Aktie 1 Prozent niedriger getaxt. Der Konzern dürfte im ersten Quartal im Automobilgeschäft etwas weniger umgesetzt, operativ aber wohl in etwa die Gewinnschwelle erreicht haben.

USA - AKTIEN

Freundlich - Der volatile Verlauf spiegelte die Unsicherheit der Anleger vor der Bekanntgabe der Details zu den geplanten US-Zöllen wider. Diese will US-Präsident Trump am Mittwoch bekannt geben. Marktbeobachter fürchteten, dass die Zölle zum einen die Inflation in die Höhe treiben werden. Zum anderen dürften die Handelspartner der USA Vergeltungsmaßnahmen beschließen und die Situation zu einem Handelskrieg eskalieren. Die Sorgen bezüglich einer Konjunktureintrübung in den USA erhielten durch schwache US-Daten neue Nahrung. Johnson & Johnson fielen um 7,6 Prozent. Ein Konkursrichter hatte den jüngsten Vorschlag des Konzerns zur Beilegung von Massenklagen wegen eines mutmaßlich krebserregenden Körperpuders abgewiesen. Der Konzern muss die Klagen nun neu verhandeln. Progress Software verteuerten sich um 12,1 Prozent, nachdem das Unternehmen seinen Ausblick erhöht hatte. PVH machten einen Satz von 18,3 Prozent. Die Modegesellschaft hatte ebenfalls einen überzeugenden Ausblick veröffentlicht.

USA - ANLEIHEN

Anleihen waren als "sicherer Hafen" weiterhin gesucht. Die Renditen fielen erneut. Die Rendite zehnjähriger Papiere verlor 6 Basispunkte auf 4,16 Prozent.

+++++ DEVISENMARKT +++++

DEVISEN          zuletzt        +/- %  0:00 Vortag  Di, 17:10 Uhr   % YTD 
EUR/USD           1,0794        -0,0%       1,0795         1,0805   +4,5% 
EUR/JPY         161,7150        +0,1%     161,5345       161,4475   -0,4% 
EUR/CHF           0,9539        +0,0%       0,9536         0,9538   +2,3% 
EUR/GBP           0,8356        +0,0%       0,8354         0,8362   +1,3% 
USD/JPY         149,8105        +0,1%     149,6495       149,4195   -4,7% 
GBP/USD           1,2918        -0,0%       1,2922         1,2921   +3,1% 
USD/CNY           7,1791        -0,0%       7,1815         7,1783   -0,4% 
USD/CNH           7,2776        -0,0%       7,2807         7,2805   -0,9% 
AUS/USD           0,6297        +0,3%       0,6277         0,6278   +0,9% 
Bitcoin/USD    84.510,85        -0,9%    85.260,50      84.403,15  -11,5% 
 

Der Dollar zeigte sich wenig verändert. Auch am Devisenmarkt warteten die Akteure die Details der US-Zollpolitik ab. Der Euro gab zum Dollar leicht nach. Marktteilnehmer verwiesen einerseits auf gesunkene Inflationsdaten aus der Eurozone. Das zweite wichtige Thema sei das Gerichtsurteil gegen die rechtspopulistische französische Politikerin Marine Le Pen gewesen. Die Commerzbank befürchtet, dass Frankreich unregierbar werden könnte, was für die Eurozone und damit den Euro negativ wäre.

Der Greenback bewegt sich am Morgen kaum. Auch am Devisenmarkt warten Teilnehmer auf die Zollankündigung am Abend. Die Commerzbank verweist auf den "Preis", den diese Angaben hätten. Das beginne mit dem zu erwarteten Aufwärtsdruck auf die Inflation durch Zölle und die daraus folgende mögliche Reaktion der Fed: entweder unverändert hohe oder sogar steigende Zinsen mit der entsprechenden dämpfenden Wirkung auf die Wirtschaft. Dass dieser Preis gezahlt werden müsse, belege, dass zwischenzeitlich die Rezessionssorgen deutlich gestiegen seien und der Dollar seine "Präsidentschaftswahlgewinne" abgegeben habe.

+++++ ROHSTOFFE +++++

ÖL

ROHÖL            zuletzt  VT-Settlem.        +/- %        +/- USD   % YTD 
WTI/Nymex          71,24        71,13        +0,2%           0,11   +1,6% 
Brent/ICE          74,51        74,51           0%           0,00   -0,0% 
 

Die Ölpreise haben ihre Vortagesgewinne weitgehend behauptet (bis zu +0,3%), die sie auf den höchsten Stand seit fünf Wochen geführt hatten. Sie wurden weiter gestützt von Trumps Drohungen gegen den Iran und Russland. Bremsend wirken derweil Befürchtungen, dass ein Handelsstreit die Konjunktur und damit auch die Ölnachfrage abwürgen könnte.

METALLE

METALLE          zuletzt       Vortag        +/- %        +/- USD   % YTD 
Gold (Spot)     3.123,16     3.113,80        +0,3%           9,36  +19,0% 
Silber (Spot)      31,34        31,34           0%           0,00  +12,7% 
Platin (Spot)     917,60       912,05        +0,6%           5,55   +5,3% 
YTD bezogen auf Schlussstand des Vortags 
 

Der Goldpreis gab leicht nach (-0,1%), hatte im Verlauf aber erneut ein Rekordhoch markiert. Die Nachfrage ist dank der aktuell herrschenden Unsicherheit ungebrochen, hieß es. Jedoch werde nach dem jüngst starken Anstieg des Goldpreises eine kleine Korrektur wahrscheinlicher, sagte Analyst Fawad Razaqzada von Forex.com.

+++++ MELDUNGEN SEIT VORTAG 17.30 UHR +++++

KANADA / MEXIKO

Kanada und Mexiko haben sich darauf geeinigt, starke Handelsbeziehungen aufrechtzuerhalten angesichts der Zollankündigungen von US-Präsident Donald Trump. Der kanadische Premierminister Mark Carney und die mexikanische Präsidentin Claudia Sheinbaum hatten ein "produktives Gespräch", in dem sie sich darauf einigten, die Investitionsverbindungen zwischen den Ländern aufrechtzuerhalten, hieß es laut einer Mitteilung aus Carneys Büro.

EU / AUTOMOBILBRANCHE

Die Europäische Kommission hat gegen mehr als ein Dutzend Autohersteller und den Branchenverband Acea wegen der Bildung eines Recycling-Kartells eine Geldstrafe in Höhe von insgesamt 458 Millionen Euro verhängt. Mercedes-Benz entging einer Geldstrafe, weil die Stuttgarter das Kartell aufgedeckt hatten, wie die EU-Kommission erklärte. Mitsubishi, Ford, Stellantis und die Tochtergesellschaft Opel seien mit geringeren Geldbußen belegt worden, da sie bei der Untersuchung kooperiert hätten.

US-GELDPOLITIK

Der Präsident der Richmond Fed, Tom Barkin, sieht erste Anzeichen dafür, dass die Zölle der Trump-Regierung dieses Mal größere Auswirkungen auf die Wirtschaft haben könnten als die Abgaben, die während Donald Trumps erster Amtszeit erhoben wurden.

BAYER

Der Pharmachef ist mit Blick auf die Pipeline beinahe euphorisch und erwartet 2027 wieder Wachstum. "Wir haben das Pharmageschäft in den vergangenen fünf Jahren völlig neu aufgestellt. Dadurch stellt sich der Patentablauf von Xarelto nicht mehr als Patentklippe, sondern vielmehr als Umsatzdelle dar", sagte Stefan Oelrich der Börsen-Zeitung.

COMMERZBANK

beobachtet immer mehr betrügerische Angriffe auf ihre Kundschaft. "Die Zahl der Phishing-Attacken ist bei uns im vergangenen Jahr um einen mittleren zweistelligen Prozentwert gestiegen", sagte Risikovorstand Bernd Spalt dem Handelsblatt. Die Höhe der dadurch für die Bank entstanden Schäden sei hingegen konstant geblieben.

CONTINENTAL

dürfte im ersten Quartal im Automotive-Geschäft etwas weniger umgesetzt, operativ aber wohl in etwa die Gewinnschwelle erreicht haben. Die bereinigte EBIT-Marge bei Automotive werde in den drei Monaten um den Break-Even erwartet, teilte der Konzern anlässlich des Pre-Close-Calls mit Analysten mit. Die angekündigten Maßnahmen zur Verbesserung der Effizienz würden mit einem niedrigen dreistelligen Millionen-Euro-Betrag belasten, was aber nicht in das bereinigte EBIT einfließe.

FRESENIUS MEDICAL CARE

hat Anleihen in zwei Tranchen mit einem Gesamtvolumen von 1,1 Milliarden Euro platziert. Der Emissionserlös soll für allgemeine Geschäftszwecke, einschließlich der Refinanzierung bestehender Finanzverbindlichkeiten, verwendet werden.

MERCEDES-BENZ

erwägt laut einem Agentur-Bericht, den Verkauf seiner Einstiegsmodelle in den USA einzustellen. Hintergrund seien die US-Zölle auf Autoimporte, die den Verkauf der preisgünstigsten Modelle wirtschaftlich unrentabel machen würden, berichtet Bloomberg unter Berufung auf mit der Angelegenheit vertraute Personen.

LANXESS

hat den Verkauf des Urethane-System-Geschäfts an die japanische UBE Corporation abgeschlossen. Wie das Unternehmen mitteilte, haben alle zuständigen Kartellbehörden die erforderlichen Genehmigungen für die Transaktion erteilt, die im Oktober 2024 angekündigt wurde. Mit dem Verkauf hat Lanxess rund 500 Millionen Euro an Barmitteln eingenommen, hieß es weiter. Der Unternehmenswert von Urethane Systems betrage 460 Millionen Euro.

TAKKT

Finanzvorstand Lars Bolscho will seinen bis zum Ende dieses Jahres laufenden Vertrags nicht verlängern.

DM / SHOP APOTHEKE / DOCMORRIS

Christoph Werner, der Chef der Drogeriemarktkette dm, hat den Einstieg der Drogeriekette in den Apothekenmarkt angekündigt. Das Unternehmen werde künftig apothekenpflichtige, aber nicht verschreibungspflichtige Medikamente online verkaufen. (Süddeutsche Zeitung)

SPINNCLOUD

Das Start-up Spinncloud erwägt, in die USA umzuziehen. "Die Versuchung ist groß", sagte Co-Gründer Christian Eichhorn dem Handelsblatt. Hierzulande fehle es sowohl an Kapital als auch an Kunden. Die junge Firma aus Dresden wird in Branchenkreisen als ambitioniertestes Chip-Start-up Europas bezeichnet. Bis zum Spätsommer will Eichhorn 100 Millionen Euro bei Finanzinvestoren einsammeln. In den USA sei das für ein Start-up aus der Halbleiterbranche kein Problem, so der Unternehmer. Ob dies in Deutschland gelinge, sei jedoch fraglich. (Handelsblatt)

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Kontakt zum Autor: maerkte.de@dowjones.com

DJG/cln/ros/flf

(END) Dow Jones Newswires

April 02, 2025 01:30 ET (05:30 GMT)

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