MIDDAY BRIEFING - Unternehmen und Märkte
27.02.2025 / 13:11 Uhr
Der Markt-Überblick am Mittag, zusammengestellt von Dow Jones Newswires:
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+++++ AKTIEN- UND ANLEIHEMÄRKTE (13:07 Uhr) +++++
INDEX Stand +- % +-% YtD E-Mini-Future S&P-500 6.010,50 +0,7% +1,3% E-Mini-Future Nasdaq-100 21.353,00 +0,8% +0,6% Euro-Stoxx-50 5.497,54 -0,6% +12,3% Stoxx-50 4.767,09 -0,2% +10,6% DAX 22.672,82 -0,5% +13,9% FTSE 8.765,02 +0,4% +7,5% CAC 8.124,56 -0,2% +10,1% Nikkei-225 38.256,17 +0,3% -4,1% EUREX Stand +/- Punkte +/- Punkte YtD Bund-Future 132,60 -0,33 -0,68
+++++ ROHSTOFFMÄRKTE +++++
ROHÖL zuletzt VT-Settlem. +/- % +/- USD % YTD WTI/Nymex 69,26 68,62 +0,9% +0,64 -2,3% Brent/ICE 73,24 72,53 +1,0% +0,71 -1,6% GAS VT-Settlem. +/- EUR Dutch TTF 44,425 41,41 +7,3% +3,02 -17,7% METALLE zuletzt Vortag +/- % +/- USD % YTD Gold (Spot) 2.883,69 2.916,21 -1,1% -32,52 +9,9% Silber (Spot) 31,79 31,87 -0,2% -0,08 +10,1% Platin (Spot) 970,44 967,98 +0,3% +2,46 +7,0% Kupfer-Future 4,57 4,54 +0,6% +0,03 +13,4% YTD bezogen auf Schlussstand des Vortags
Die Ölpreise erholen sich von den Vortagesabgaben. Übergeordnet stehen die Notierungen für Brent und WTI aber weiter unter Druck aufgrund von Bedenken hinsichtlich der Aussichten auf Zölle und der Hoffnung, dass der Krieg in der Ukraine bald enden könnte. Allerdings belasten auch Versorgungsängste den Markt, nachdem Trump Pläne angekündigt hat, eine Lizenz zu widerrufen, die es Chevron erlaubt, in Venezuela zu operieren. Laut ING haben die US-Importe von venezolanischem Rohöl in diesem Jahr bisher durchschnittlich fast 270.000 Barrel pro Tag betragen.
+++++ AUSBLICK AKTIEN USA +++++
Mit Gewinnen dürfte die Wall Street in den Handel starten. Die unerwartet guten Quartalsergebnisse von Nvidia sorgen für Erleichterung und drängen die neusten Zoll-Drohungen von US-Präsident Trump etwas in den Hintergrund. Dieser hat für Produkte aus der Europäischen Union Zölle in Höhe von 25 Prozent angekündigt und der EU gleichzeitig Abzocke vorgeworfen. Die Nvidia-Aktie gewinnt vorbörslich 2,0 Prozent. Im Fahrwasser geht es für die Papiere von Broadcom, Intel und Advanced Micro Devices (AMD) ebenfalls nach oben. Nun richten sich die Augen verstärkt auf die Veröffentlichung des PCE-Deflator am Freitag, dem bevorzugten Inflationsmaß der US-Notenbank. Dieser könnte Hinweise über den weiteren Zinskurs der Fed liefern, auch wenn diese zuletzt betont hatte, zuerst die Auswirkungen der Handelspolitik der Trump-Regierung abzuwarten. Dagegen geht es für die Salesforce-Aktie um 3,3 Prozent abwärts, nachdem die Ergebnisse für das vierte Quartal Licht und Schatten geliefert haben. So hat der SAP-Konkurrent zwar einen höheren Gewinn verzeichnet, jedoch die Umsatzerwartung der Analysten verfehlt. Auch die Prognose für das laufende Jahr enttäuschte.
+++++ AUSBLICK UNTERNEHMEN +++++
Folgende Unternehmen veröffentlichen im weiteren Tagesverlauf Geschäftszahlen:
13:00 DE/SAP SE, Geschäftsbericht
18:05 FR/Saint-Gobain SA, Jahresergebnis
22:30 US/HP Inc, Ergebnis 1Q
DIVIDENDENABSCHLAG
(bei deutschen Aktien und Aktien aus dem Stoxx- bzw. Euro-Stoxx-50-Index)
Barclays: 0,055 GBP
+++++ AUSBLICK KONJUNKTUR ++++++
-US 14:30 Auftragseingang langlebiger Wirtschaftsgüter Januar PROGNOSE: +2,0% gg Vm zuvor: -2,2% gg Vm 14:30 BIP (2. Veröffentlichung) 4Q annualisiert PROGNOSE: +2,3% gg Vq 1. Veröff.: +2,3% gg Vq 3. Quartal: +3,1% gg Vq BIP-Deflator PROGNOSE: +2,2% gg Vq 1. Veröff.: +2,2% gg Vq 3. Quartal: +1,9% gg Vq 14:30 Erstanträge Arbeitslosenhilfe (Woche) PROGNOSE: 225.000 zuvor: 219.000
+++++ FINANZMÄRKTE EUROPA +++++
Leichter - Hier belasten die von US-Präsident Trump seit langem angekündigten und erwarteten 25-Prozent-Zölle auf EU-Importe, mit bisher teils wirren Detailangaben. Weder ist bisher klar, wann genau sie umgesetzt werden sollen, noch, ob sie als Aufschlag auf bestehende Zölle erfolgen oder diese mit verrechnen. Trump selber kündigte an, "vieles" solle ab dem 2. April starten. Zusätzliche US-Zölle auf EU-Produkte würden auf beiden Seiten des Atlantiks unnötige Exporthemmnisse für Unternehmen und deren Mitarbeiter schaffen. Die Verliererliste in Europa bei den Sektoren führen Autotitel mit Abgaben von 3,2 Prozent an. Das überrascht nicht, hat Trump doch explizit die Automobilbranche als Ziel der Zollankündigungen für europäische Importe genannt. Zu den Verlierern gehören die Luxusautobauer mit Porsche AG (-2,2%) und Ferrari mit 8,5 Prozent Minus. Die Italiener leiden zudem noch unter einem geplanten Anteilsverkauf der Agnelli-Familie. Ihre Familien-Holding will rund 4 Prozent am Unternehmen verkaufen. Für Beiersdorf geht es nach Zahlen um 3,3 Prozent nach oben. RBC spricht von einer starken Entwicklung der Consumer-Sparte. Deutlich besser als erwartete Zahlen legte dagegen der Triebwerkshersteller Rolls-Royce (+18%) vor. Sehr starke Zahlen für 2024 hat Rüstungshersteller Hensoldt (+7,9%) vorgelegt. Als überraschend stark wird die Profitabilität von Kion (+4,8%) im Handel bezeichnet. Auch für die Sixt-Aktie geht es nach Zahlen mit Aufschlägen von 3,9 Prozent nach oben.
+++++ DEVISEN +++++
DEVISEN zuletzt +/- % Do, 08:00 Mi, 17:12 % YTD EUR/USD 1,0478 -0,1% 1,0470 1,0513 +1,2% EUR/JPY 156,84 +0,4% 156,29 157,01 -3,7% EUR/CHF 0,9414 +0,4% 0,9385 0,9395 +0,3% EUR/GBP 0,8266 -0,1% 0,8270 0,8274 -0,1% USD/JPY 149,71 +0,5% 149,25 149,34 -4,9% GBP/USD 1,2677 -0,0% 1,2663 1,2706 +1,3% USD/CNH (Offshore) 7,2730 +0,1% 7,2706 7,2592 -0,9% Bitcoin BTC/USD 86.422,50 +2,5% 86.180,65 86.803,05 -8,7% YTD bezogen auf Schlussstand des Vortags
Der Dollar legt weiter zu, der Dollar-Index steigt um 0,2 Prozent. Die jüngsten Äußerungen von Präsident Trump zu seinen handelspolitischen Plänen erhöhten die Unsicherheit an den Märkten, heißt es von Zaye Capital Markets. Diese sorge für eine verstärkte Nachfrage bei "sicheren Häfen".
+++++ FINANZMÄRKTE OSTASIEN +++++
Nachdem im Handelsverlauf am Donnerstag an den Börsen in Ostasien noch Verluste überwogen, sind die meisten Indizes mit kleinen Gewinnen aus dem Handel gegangen. Insbesondere an den chinesischen Börsen kam es zu einer kleinen Schlussrally. Lediglich der Kospi in Seoul blieb zurück, er gab um 0,7 Prozent nach. Teilnehmer beobachteten Gewinnmitnahmen bei zuletzt stark gelaufenen Aktien. Die mit Spannung erwarteten Quartalszahlen von Nvidia sorgten für keinen stärkeren Impuls, aber auch kein Störfeuer. Das KI-Flaggschiff hatte gute Zahlen präsentiert und einen Ausblick, der die Erwartungen des Marktes übertrifft. Zumindest etwas bremsend dürften aber Sorgen vor globalen Handelshemmnissen gewirkt haben. In der ersten Kabinettssitzung seiner Regierung sagte US-Präsident Donald Trump, US-Zölle für die EU sollten "generell" 25 Prozent betragen und würden "sehr bald" angekündigt. Ein Sprecher der EU-Kommission, sagte darauf, die EU werde "entschlossen und unverzüglich gegen ungerechtfertigte Hindernisse für den freien und fairen Handel reagieren....". An den chinesischen Aktienmärkten hieß es, die Marktteilnehmer warteten auf die jährliche Plenarsitzung des Nationalen Volkskongresses und auf die Politische Konsultativkonferenz des chinesischen Volkes, die in der kommenden Woche beginnen. Dann dürften die Wachstumsziele Pekings für das laufende Jahr bekannt gegeben werden und weitere wirtschaftliche Rahmendaten. Chipaktien zeigten sich in der Region nach den Nvidia-Zahlen durchwachsen. In Seoul ging es für SK Hynix um 1,9 Prozent nach unten. Die Aktie hatte positiv eröffnet, drehte aber mit der Ausgabe von Gratisakten ins Minus. Samsung Electronics gaben um 0,5 Prozent nach. In Tokio verloren Advantest 1,9 Prozent, Tokyo Electron stiegen dagegen um 0,9 und Renesas um 1,8 Prozent.
+++++ CREDIT +++++
Äußerst gelassen reagiert der europäische Kreditmarkt auf die Ankündigung von US-Zöllen von 25 Prozent auf europäische Importe durch US-Präsident Donald Trump. Wirr sind die Detailangaben. So ist nicht klar wann und ob die Zölle grundsätzlich oder auf spezielle Sektoren beschränkt angewendet werden sollen. Explizit erwähnt wurden von Trump europäische Automobilimporte.
+++++ UNTERNEHMENSMELDUNGEN SEIT 7.30 UHR +++++
BEIERSDORF
hat im abgelaufenen Jahr den Gewinn überproportional zum Umsatz gesteigert und die eigenen Ziele für 2024 im Großen und Ganzen erreicht, blieb aber teilweise unter den Markterwartungen.
BEIERSDORF
will für das abgelaufene Jahr die Dividende stabil halten, nach dem 30-Cent-Sprung ein Jahr zuvor. Die Aktionäre sollen für 2024 eine Dividende von 1,00 Euro je Aktie bekommen, verglichen mit 1,00 Euro für 2023 und 70 Cent für 2022.
BEIERSDORF
hat den Vertrag von CEO Vincent Warnery bis Ende 20230 verlängert. Warnery steht an der Spitze des Konzerns seit 1. Mai 2021. Zuvor war sein Vertrag bereits vorzeitig um fünf Jahre verlängert worden bis 31. Januar 2027.
AIXTRON
hat mit einer nachlassenden Nachfrage und höheren Kosten zu kämpfen. Der im MDAX und TecDAX notierte Hersteller von Anlagen für die Chipindustrie verbuchte im vergangenen Jahr bei einem in etwa stabilen Umsatz einen spürbaren Margenrückgang, der sich im laufenden Jahr voraussichtlich fortsetzen wird.
BAADER BANK
will für das Geschäftsjahr 2024 eine Dividende ausschütten. Wie hoch diese ausfallen soll, erklärte der Konzern bei Vorlage ausführlicher Ergebnisse für 2024 allerdings noch nicht.
BEFESA
hat im vierten Quartal 2024 das höchste operative Ergebnis in einem Schlussquartal in der Unternehmensgeschichte erzielt und seine Jahresprognose erreicht. Der Nettogewinn ging jedoch zurück, weshalb die Aktionäre eine niedrigere Dividende erhalten sollen.
CECONOMY
Finanzchef Kai-Ulrich Deissner bleibt dem Unternehmen bis mindestens 2028 treu. Der Aufsichtsrat hat den Vorstandsvertrag Deissners vorzeitig um drei Jahre bis Ende Februar 2028 verlängert.
DEUTSCHE PFANDBRIEFBANK
hat im vergangen Jahr trotz rückläufiger Erträge deutlich mehr verdient, auch weil der Immobilienfinanzierer weniger Geld für ausfallgefährdete Kredite zurücklegen musste. Die Aktionäre sollen eine Dividende von 0,15 Euro je Aktie bekommen, nachdem sie im Vorjahr leer ausgegangen waren. Zudem kündigte die Bank einen Aktienrückkauf in Höhe von 15 Millionen Euro an.
HENSOLDT
hat im vergangenen Jahr sowohl den Umsatz als auch den Gewinn deutlich gesteigert und dabei die Margenprognose übertroffen. Dank des erfolgreichen Geschäftsverlaufs will Hensoldt eine Dividendenausschüttung von 0,50 Euro je Aktie für 2024 nach 0,40 Euro im Vorjahr vorschlagen.
SCOUT24
hat dank der starken Nachfrage nach Mitgliedschaften sowohl im Professional- als auch im Private-Segment sowie gestiegener Kundenzahlen ein zweistelliges Wachstum im vierten Quartal und im Gesamtjahr erzielt. Der im MDAX notierte Betreiber des Online-Marktplatzes Immoscout24 will sein Wachstum im laufenden Jahr noch beschleunigen und die Marge verbessern.
SIXT
hat 2024 bei zweistelligem Umsatzwachstum einen neuen Rekord beim operativen Ergebnis erzielt, unter Einbeziehung von hohen Abschreibungen auf Fahrzeugrestwerte aber einen empfindlichen Gewinneinbruch erlitten.
AXA
hat 2024 dank der Umsetzung seines Strategieplans den Gewinn erhöht. Das französische Unternehmen will nun ein Aktienrückkaufprogramm von bis zu 1,2 Milliarden Euro auf den Weg bringen.
ENGIE
hat 2024 beim wiederkehrenden Nettogewinn die Erwartungen der Analysten übertroffen und überdies seine eigenen Ziele für 2025 angehoben.
ENI
hat im vierten Quartal 2024 unter den schwächeren Ölpreisen gelitten.
FERRARI
kauft eigene Aktien zurück. Der Sportwagenhersteller übernimmt ein Aktienpaket vom Großaktionär Exor für 300 Millionen Euro.
HALEON
hat 2024 trotz geringerer Einnahmen den Vorsteuergewinn verbessert und rechnet in diesem Jahr mit einem organischen Umsatz- und Gewinnwachstum.
IBERDROLA
Der Gewinn des spanischen Energieversorgers ist im vergangenen Jahr dank einer größeren Vermögensbasis und höheren Renditen im Netzgeschäft gestiegen.
LONDON STOCK EXCHANGE
hat 2024 von einem starken Wachstum in seinen wichtigsten Segmenten profitiert. Der Börsenbetreiber und Datendienstleister steigerte seinen Gewinn. Die Aktionäre sollen eine Dividende von 130 Pence je Aktie bekommen, 15 Pence mehr als im Vorjahr.
MICROSOFT
drängt die Trump-Administration, Handelsbeschränkungen zu lockern und zu vereinfachen, die den Verkauf hochmoderner US-Chips für künstliche Intelligenz in große Teil der Weltwirtschaft einschränken würden.
ROLLS-ROYCE
nimmt die Ausschüttungen an die Aktionäre nach fünfjähriger Pause wieder auf. Der Triebwerkshersteller zahlt er eine Dividende und legt ein Aktienrückkaufprogramm auf. Zudem erhöhte der britische Konzern seine mittelfristigen Ziele.
SWISS RE
hat ihren Gewinn im vergangenen Jahr trotz eines hohen Aufkommens an Naturkatastrophen leicht gesteigert. Ein Gewinnrückgang in der Schaden-Rückversicherung wurde durch ein besseres Leben-Geschäft ausgeglichen. Die Dividende für 2024 soll um 8 Prozent auf 7,35 Dollar je Aktie steigen. Den Ausblick für das laufende Jahr bestätigte der Rückversicherer.
TELEFONICA
hat seinen Verlust im vierten Quartal deutlich eingegrenzt. Der spanische Telekommunikationskonzern erzielte ein Wachstum in seinen wichtigsten Märkten. Die Aktionäre sollen eine stabile Dividende von 0,30 Euro bekommen.
WPP
hat zuletzt weniger umgesetzt als erwartet. Zudem erwartet das britische Unternehmen im laufenden Jahr im besten Fall einen stagnierenden Umsatz. Die Aktie bricht um fast 20 Prozent ein.
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Kontakt zum Autor: maerkte.de@dowjones.com
DJG/ros
(END) Dow Jones Newswires
February 27, 2025 07:11 ET (12:11 GMT)
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