Bayer ruft im Glyphosat-Rechtskomplex erneut Supreme Court an
04.04.2025 / 21:00 Uhr
Von Olaf Ridder
DOW JONES--Im Streit um die angeblich krebserregende Wirkung des Unkrautvernichters Glyphosat versucht Bayer sein Glück erneut vor dem Obersten Gerichtshof der USA. Der Pharma- und Agrarchemiekonzern beantragte am Freitag die Überprüfung des Falls Durnell beim US Supreme Court, bei dem das Unternehmen vor wenigen Tagen vor dem Missouri Supreme Court gescheitert war. Damit habe sich hier ein Weg zum höchsten amerikanischen Gericht eröffnet, heißt es in der Mitteilung von Bayer.
Bayer strebt ein Grundsatzurteil an. Das oberste Gericht der Vereinigten Staaten soll die Frage beantworten, ob Klagen wegen fehlender Warnhinweise auf dem Produkt, die auf dem Recht einzelner US-Bundesstaaten beruhen, durch Bundesrecht ausgeschlossen sind.
Im Fall Durnell basiert das anfängliche Jury-Urteil nach Angaben von Bayer ausschließlich auf der Annahme, dass das Gesetz im US-Bundesstaat Missouri eine Krebswarnung bei Glyphosat vorschreibe. Die Bundesumweltbehörde EPA hält das unter dem Namen Roundup vermarktete Totalherbizid allerdings für sicher und lehnt eine solche Warnung auf dem Produktlabel ab.
Bayer hatte bereits 2022 versucht, den Obersten Gerichtshof der USA mit dieser Frage zu befassen, war damit aber gescheitert. Inzwischen, so heißt es in der Mitteilung, lägen jedoch unterschiedliche Entscheidungen zur Frage der Warnhinweise von Vorinstanzen vor. "Daher kann nur der US Supreme Court für Klarheit sorgen", argumentiert Bayer.
Der DAX-Konzern hatte sich die Rechtsstreitigkeiten mit der Übernahme des US-Agrarriesen Monsanto im Jahr 2018 eingehandelt. Zigtausende Amerikaner haben mit Hilfe großer Anwaltskanzleien in Klagen geltend gemacht, dass ihre Krebserkrankung auf den Einsatz von Glyphosat zurückgeht. Bayer weist das zurück und verweist darauf, dass Behörden weltweit das Mittel als sicher eingestuft haben.
Alle Versuche, die Klagewelle einzudämmen, sind bislang gescheitert. Bayer hat bislang etwa 10 Milliarden Dollar für Vergleiche und Anwälte gezahlt. 63.000 Fälle sind noch anhängig, für die Rückstellungen in Höhe von 5,9 Milliarden Dollar gebildet wurden. Erst im März hatte eine Jury in Georgia erstinstanzlich eine Milliardenstrafe gegen Bayer verhängt.
Bayer-Vorstandschef Bill Anderson hofft darauf, dass der Supreme Court den jetzigen Fall annimmt und bis 2026 eine Entscheidung trifft. Ein positives Urteil des Obersten Gerichtshofs könnte die noch anhängigen Rechtsstreitigkeiten weitgehend eindämmen, heißt es in der Mitteilung.
Kontakt zum Autor: olaf.ridder@wsj.com
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