MÄRKTE EUROPA/Anleger bleiben vorsichtig - Svitzer haussieren
02.04.2025 / 15:57 Uhr
DOW JONES--Die europäischen Aktienmärkte bauen die Verluste am Mittwochnachmittag leicht aus. Warten lautet das Motto des Tages, denn um 22.00 Uhr MESZ steht der mit größter Spannung erwartete Auftritt von US-Präsident Donald Trump auf der Agenda. Am "Liberation Day" dürfte Trump neue Zölle verkünden. Bis dahin gehen die Anleger auf Nummer Sicher. Ein über den Erwartungen ausgefallener ADP-Arbeitsmarktbericht spielt in dem Zusammenhang keine Rolle. Der DAX notiert 1,2 Prozent niedriger bei 22.274 Punkten, der Euro-Stoxx-50 handelt 0,7 Prozent auf 5.282 tiefer. Mit 1,0820 Dollar zieht der Euro etwas an, an den Anleihemärkten geht es mit den Renditen leicht nach unten.
Zollszenarien, Gegenmaßnahmen und deren Wechselwirkungen seien umfangreich, sagt Ulrich Stephan, Chefanlagestratege für Privat- und Firmenkunden der Deutschen Bank. Kurzfristig könnte ein gegenseitiger Handelszoll von 25 Prozent zwischen den USA und der EU laut dem Kieler Institut für Weltwirtschaft die US-Wirtschaft rund 0,3 Prozent Wachstum kosten, die EU gut 0,5 Prozent. Mittelfristig dürften die Folgen eines längeren und eskalierenden Handelskonflikts für beide Seiten deutlich höher ausfallen. Dies seien gute Gründe, sich zu einigen.
"Was auch immer der Präsident am Mittwoch ankündigt, kann leicht am nächsten Morgen wieder abgeschafft werden", gibt Don Calcagni, CIO von Mercer Advisors, zu bedenken: "Als professioneller Anleger will ich Permanenz, kein dauerndes Ändern der Regeln." Es sei "wirklich schwierig" vorherzusagen, wie der Anleihenmarkt die US-Zölle aufnehmen werde, befinden die ING-Analysten. Auch weil allgemein anerkannt sei, dass Zölle ein nicht unerhebliches Preissteigerungs- und Inflationsrisiko bergen.
US-Absatzmarkt für Pharmasektor wichtig
Viele Ökonomen sind der Meinung, dass Zölle Preissteigerungen nach sich ziehen werden, weil zumindest ein Teil der zusätzlichen Kosten an die Verbraucher weitergegeben werden dürfte. Goldman Sachs geht davon aus, dass die Zölle die von der Fed bevorzugte Kennzahl für die Kerninflation in diesem Jahr von 2,8 Prozent im Februar auf etwa 3,5 Prozent steigen lassen werden. Die Schätzung basiert auf der Annahme, dass Präsident Trump reziproke Zölle in Höhe von durchschnittlich 15 Prozent für alle Handelspartner der USA ankündigen wird.
Branchenverlierer sind Pharmawerte mit Abgaben von 1,9 Prozent. Der US-Absatzmarkt sei für den Sektor von sehr hoher Bedeutung - entsprechend hoch sei die Nervosität vor den Zoll-Ankündigungen, heißt es im Handel. Verkauft werden auch Titel aus dem Rüstungsuniversum; hier dürfte es sich nach dem Hausselauf lediglich um Gewinnmitnahmen handeln. Rheinmetall fallen 3,9 Prozent, Hensoldt 2,7 Prozent oder Leonardo 3,1 Prozent.
Mit Blick auf die Unternehmen ist die Nachrichtenlage sehr dünn. In Italien kann die Unicredit (-1,7%) nun das Übernahmeangebot für den heimischen Rivalen BPM (-0,8%) starten. Wie die italienische Bank mitteilte, hat die Finanzmarktaufsicht Consob das Angebotsdokument genehmigt. Unicredit will BPM für gut 10 Milliarden Euro übernehmen. BPM hat das Angebot mit der Begründung zurückgewiesen, das Unternehmen werde unterbewertet. Derweil hält die Credit Agricole (-0,4%) derzeit 9,9 Prozent an BPM über Finanzinstrumente. Die Bank will die Optionen ausüben und ihren Anteil sogar auf 19,8 Prozent erhöhen. Credit Agricole hatte deutlich gemacht, dass sie kein Übernahmeangebot für BPM plane.
APMH Invest unterbreitet Gebot für Svitzer
Derweil konnte sich Nordex (+3,3%) zwei Aufträge über insgesamt 750 Megawatt (MW) von einem Windenergieprojektentwickler aus der Türkei sichern. Der Windkraftanlagenhersteller wird ab Mitte kommenden Jahres 108 Turbinen für zwei Windprojekte liefern und installieren. Die Fertigstellung der Windparks ist für 2027 geplant. Nach einer Verkaufsempfehlung durch Quirin brechen Norma um 6,6 Prozent ein.
Svitzer haussieren an der Börse Kopenhagen mit Aufschlägen von 30,3 Prozent auf 281,80 Kronen. APMH Invest, die Holdinggesellschaft der Maersk-Familie, die zugleich größter Aktionär von Moller-Maersk ist, hat ein Gebot für alle im Umlauf befindlichen Aktien von Svitzer abgegeben. APMH Invest bietet 285 Kronen je Svitzer-Aktie, die Holding hält bereits 47 Prozent an dem Logistik-Dienstleister. Svitzer wurde erst im vergangenen Jahr aus dem Moller-Maersk-Konzern ausgegliedert. APMH Invest sieht bessere Wachstumschancen für den Dienstleister in privater Hand, heißt es.
Um 4,3 Prozent nach oben geht es für die Aktien von Grifols in Madrid. Kurstreiber sind Presseberichte, wonach die Übernahmegespräche mit dem Finanzinvestor Brookfield wieder aufgenommen wurden. Dies berichtet die Zeitung "El Confidencial". Sie sieht das Übernahmevolumen bei rund 7 Milliarden Euro. Im Herbst vergangenen Jahres sei ein Gebot von 6,7 Milliarden durch Grifols abgelehnt worden.
=== Aktienindex zuletzt +/- % absolut +/- % YTD Euro-Stoxx-50 5.282,11 -0,7% -38,19 +8,7% Stoxx-50 4.555,80 -0,9% -40,72 +6,7% DAX 22.273,66 -1,2% -266,32 +13,2% MDAX 27.371,75 -1,2% -319,66 +8,2% TecDAX 3.590,38 -1,3% -46,04 +6,4% SDAX 15.271,89 -1,0% -149,75 +12,5% CAC 7.823,65 -0,7% -52,71 +6,7% DEVISEN zuletzt +/- % 0:00 Di, 17:10 % YTD EUR/USD 1,0820 +0,2% 1,0795 1,0805 +4,3% EUR/JPY 161,7505 +0,1% 161,5345 161,4475 -0,8% EUR/CHF 0,9554 +0,2% 0,9536 0,9538 +2,0% EUR/GBP 0,8360 +0,1% 0,8354 0,8362 +1,0% USD/JPY 149,4915 -0,1% 149,6495 149,4195 -4,9% GBP/USD 1,2943 +0,2% 1,2922 1,2921 +3,2% USD/CNY 7,1775 -0,1% 7,1815 7,1783 -0,4% USD/CNH 7,2758 -0,1% 7,2807 7,2805 -0,7% AUS/USD 0,6304 +0,4% 0,6277 0,6278 +1,4% Bitcoin/USD 85.764,65 +0,6% 85.260,50 84.403,15 -8,6% ROHOEL zuletzt VT-Settlem. +/- % +/- USD % YTD WTI/Nymex 70,79 71,2 -0,6% -0,41 +6,1% Brent/ICE 74,33 74,51 -0,2% -0,18 -0,6% METALLE zuletzt Vortag +/- % +/- USD % YTD Gold 3119,89 3113,80 +0,2% 6,09 +18,7% Silber 31,21 31,34 -0,4% -0,13 +12,0% Platin 904,34 912,05 -0,8% -7,71 +4,2% Kupfer 5,06 5,04 +0,5% 0,02 +24,6% YTD bezogen auf Schlussstand des Vortags ===
Kontakt zum Autor: maerkte.de@dowjones.com
DJG/mpt/cln
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April 02, 2025 09:56 ET (13:56 GMT)
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