XETRA-SCHLUSS/US-Zollkrieg wirbelt Kurse durcheinander - DAX -3,1%
03.04.2025 / 17:58 Uhr
DOW JONES--Am deutschen Aktienmarkt ist es am Donnerstag massiv nach unten gegangen. Der DAX verlor 3,1 Prozent auf 21.717 Punkte. Es besteht kein Zweifel daran, dass die Ankündigung von Zöllen durch die US-Regierung eine schlechte Nachricht für die deutsche Wirtschaft ist. Die negative Überraschung liegt jedoch weniger im direkten Zollschlag. Der "reziproke" US-Zoll von 20 Prozent auf Importe aus der EU entspricht weitgehend dem, was die Volkswirte der Deutschen Bank und die meisten Unternehmen in den letzten Wochen als Basisszenario angenommen hatten. Ein Großteil des direkten Zollschocks war bereits in den Erwartungen der Unternehmen und damit in deren Aktienkursen eingepreist. Die weitaus höheren US-Zölle von 50 Prozent oder mehr auf asiatische Importe hingegen seien eine echte Überraschung und deuteten auf einen stärkeren globalen Handelsschock hin als erwartet. Indirekt bedeute dies auch für Deutschland einen negativen Schock.
Unter massiven Verkaufsdruck standen die Aktien der Sportartikelhersteller, die eben in Vietnam, Kambodscha oder Bangladesch produzieren. Die Aktien von Adidas gaben um 11,7 Prozent nach, Puma verloren 11,2 Prozent. Bei den Automobilherstelllern war dagegen vieles an schlechten Nachrichten eingepreist, so gingen VW, Mercedes Benz sowie BMW mit Abschlägen zwischen 3,5 und 4,4 Prozent aus dem Handel.
Für das DAX-Schwergewicht Siemens ging es gleich um 8 Prozent nach unten. Das Unternehmen vermeldete einen Zukauf. Citi wertete die von Siemens angekündigte Übernahme des PLM-Softwareunternehmens Dotmatics für 5,1 Milliarden Dollar als "nicht billig" und verwies darauf, dass der Preis dem 15-fachen des erwarteten Umsatzes von 2025 entspricht. Der Kaufpreis soll auch über den Verkauf von Beteiligungen erfolgen, Siemens Healthineers verloren 7,2 Prozent. Die Zölle machen Deutsche Post (-5%) zu einem der Verlierer, sie litten unter der Erwartung, dass die Volumina im Welthandel von den US-Zöllen gebremst werden.
Der deutsche Aktienmarkt hat sich im internationalen Vergleich vergleichsweise gut gehalten, auch aufgrund des Investitionsprogramms in Rüstung und Infrastruktur. So legten Rheinmetall gegen den Trend um 4,3 Prozent zu. Kein Exportexposure sowie rückläufige Renditen gaben Immobilienunternehmen wie Vonovia Auftrieb, die mit einem Plus von 7,4 Prozent der Gewinner im DAX waren. Gesucht war der sichere Hafen der Anleihen, die Rendite der zehnjährigen Bundesanleihe fiel im Gegenzug um 8 Basispunkte auf 2,64 Prozent. Der Euro profitierte von einem miesen Stimmung gegenüber dem Greenback und stieg um 2 Prozent auf rund 1,1050 Dollar. Auch Gold kam in Euro unter Druck, was fast nur dem schwachen Dollar geschuldet war.
=== INDEX zuletzt +/- % +/- % YTD DAX 21.717,39 -3,1% +12,5% DAX-Future 21.942,00 -2,9% +12,6% XDAX 21.733,36 -3,2% +13,2% MDAX 26.874,62 -2,1% +7,4% TecDAX 3.474,97 -4,0% +5,8% SDAX 14.927,42 -2,5% +11,7% zuletzt +/- Ticks Bund-Future 129,77 +74 YTD - bezogen auf Schlusskurs Vortag Index Gewinner Verlierer unv. Umsatz Mio Euro Mio Aktien Vortag DAX 8 30 2 2.191,8 29,4 80,7 MDAX 11 39 0 888,7 47,8 26,7 TecDAX 6 24 0 1.435,5 30,0 18,4 SDAX 10 56 4 240,2 15,1 9,2 ===
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April 03, 2025 11:57 ET (15:57 GMT)
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