MÄRKTE EUROPA/Trumps Zoll-Pläne verschrecken - Berichtssaison setzt Akzente
27.02.2025 / 18:18 Uhr
DOW JONES--Die europäischen Aktienmärkte haben nach einem volatilen Handelsverlauf am Donnerstag deutlich im Minus geschlossen. Seit der Eröffnung belasteten die von US-Präsident Donald Trump seit langem angekündigten und erwarteten 25-Prozent-Zölle auf EU-Importe. Doch weder ist bisher klar, wann genau sie umgesetzt werden sollen, noch, ob sie als Aufschlag auf bestehende Zölle erfolgen oder diese mit verrechnen. Trump selbst kündigte an, "vieles" solle ab dem 2. April starten. Zusätzliche US-Zölle auf EU-Produkte würden auf beiden Seiten des Atlantiks unnötige Exporthemmnisse für Unternehmen und deren Mitarbeiter schaffen.
Kurz vor Handelsstart an der Wall Street gab es dann weitere Ankündigungen von Trump, die verunsicherten. Demnach sollen die geplanten Import-Zölle gegen Mexiko und Kanada am 4. März in Kraft treten. Importe aus China würden an diesem Tag mit "zusätzlichen 10 Prozent Zoll" belegt. Trump hatte Zölle gegen Kanada und Mexiko bereits kurz nach seinem Amtsantritt im Februar angekündigt - und dann ausgesetzt.
Der DAX reduzierte sich um 1,1 Prozent auf 22.551 Punkte. Für den Euro-Stoxx-50 ging es um 1,0 Prozent auf 5.473 Punkte nach unten.
Automobil-Branche mit Zoll-Plänen schwach
Die Verliererliste bei den europäischen Sektoren führten Autotitel mit einem Minus von 3,7 Prozent an. Das überraschte nicht, hat Trump doch explizit die Automobilbranche als Ziel der Zölle für europäische Importe genannt. Zu den Verlierern gehörten die Luxusautobauer Porsche AG (-3,6%) und Ferrari mit 7,9 Prozent Minus. Die Italiener litten zudem unter einem geplanten Anteilsverkauf der Agnelli-Familie.
Für Beiersdorf ging es nach Zahlen um 3,6 Prozent nach oben. RBC sprach von einer starken Entwicklung der Consumer-Sparte. Daneben kündigte das Unternehmen Aktienrückkäufe für 500 Millionen Euro an. Den Ausblick auf das laufende Jahr stuften die Analysten als zurückhaltend ein. Die von US-Präsident Trump angepeilten Importzölle können Beiersdorf-CFO Astrid Hermann zufolge "erhebliche Auswirkungen" auf das eigene Geschäft haben. Etwa ein Drittel des Beiersdorf-US-Geschäfts werde im Land selbst produziert, rund zwei Drittel außerhalb der USA, ein großer Teil davon in Mexiko.
Der Werbekonzern WPP (-16,2%) hat zuletzt weniger umgesetzt als erwartet. Zudem erwartet das britische Unternehmen im laufenden Jahr im besten Fall einen stagnierenden Umsatz. Der Umsatz sank 2024 um 2,3 Prozent auf vergleichbarer Basis, was vor allem der Schwäche in Nordamerika und China geschuldet war. Analysten hatten mit einem Rückgang um 0,2 Prozent gerechnet. Für 2025 stellt WPP einen stabilen Umsatz bis hin zu einem Rückgang um 2 Prozent in Aussicht. Analysten hatten dagegen einen Anstieg erwartet.
Deutlich besser als erwartete Zahlen legte dagegen der britische Triebwerkshersteller Rolls-Royce (+15,9%) vor. Die Kombination aus besserem Umsatz und höherer als erwarteter Marge sorgte für stärkere Gewinne. Der Ausblick war zudem positiv, die Zuversicht wird unterstrichen von einem Aktienrückkauf von bis zu 1 Milliarde Pfund. Der Mittelfrist-Ausblick wurde erhöht und zudem wieder eine Dividende ausgeschüttet.
Hensoldt liefert - Aixtron enttäuscht
Sehr starke Zahlen für 2024 legte auch Rüstungshersteller Hensoldt (+5%) vor. Vor allem der Auftragseingang stieg noch stärker als erwartet. Entsprechend sprang die Book-to-Bill-Ratio auf 1,3 nach 1,1 an. Dazu kletterten Marge und Cashflow. Die Aktie des Wettbewerbers Rheinmetall schloss derweil das erste Mal über 1.000 Euro.
Für die Sixt-Aktie ging es nach Zahlen um 1,7 Prozent nach oben. Jefferies sprach von soliden Ergebnissen. Der Margen-Ausblick von rund 10 Prozent liege zwar unter der Konsensschätzung von 10,6 Prozent. Die Analysten halten jedoch Aufwärtsrevisionen bei den Zielen im Jahresverlauf für möglich.
Aixtron knickten nach Zahlen um19,8 Prozent ein. Vor allem sei die Profitabilität geringer als erwartet, weswegen auch der etwas bessere Umsatz nicht in Gewinne umgemünzt werden konnte, hieß es im Handel.
=== Index Schluss- Entwicklung Entwicklung Entwicklung . stand absolut in % seit . Jahresbeginn* Euro-Stoxx-50 5.472,56 -55,43 -1,0% +11,8% Stoxx-50 4.761,84 -13,60 -0,3% +10,5% Stoxx-600 557,11 -2,56 -0,5% +9,8% XETRA-DAX 22.550,89 -243,22 -1,1% +13,3% FTSE-100 London 8.756,21 +24,75 +0,3% +7,5% CAC-40 Paris 8.102,52 -41,40 -0,5% +9,8% AEX Amsterdam 925,91 -6,18 -0,7% +5,4% ATHEX-20 Athen 3.910,94 -5,31 -0,1% +9,5% BEL-20 Bruessel 4.447,31 -28,75 -0,6% +4,3% BUX Budapest 87.986,28 +260,47 +0,3% +10,9% OMXH-25 Helsinki 4.751,11 -58,63 -1,2% +11,4% ISE NAT. 30 Istanbul 10.904,40 +195,20 +1,8% +1,4% OMXC-20 Kopenhagen 2.172,04 -10,08 -0,5% +3,3% PSI 20 Lissabon 6.988,33 -144,77 -2,1% +7,3% IBEX-35 Madrid 13.270,60 -61,40 -0,5% +14,5% FTSE-MIB Mailand 38.622,84 -601,87 -1,5% +14,7% OBX Oslo 1.415,16 -8,66 -0,6% +6,4% PX Prag 2.010,97 +1,94 +0,1% +14,3% OMXS-30 Stockholm 2.741,95 -20,55 -0,7% +10,4% WIG-20 Warschau 2.590,06 -30,29 -1,2% +19,5% ATX Wien 4.211,03 -18,93 -0,4% +15,9% SMI Zuerich 12.958,34 -84,17 -0,6% +11,7% *bezogen auf Schlusskurs vom Vortag DEVISEN zuletzt +/- % Do, 08:00 Mi, 17:12 % YTD EUR/USD 1,0416 -0,7% 1,0470 1,0513 +0,6% EUR/JPY 156,05 -0,2% 156,29 157,01 -4,2% EUR/CHF 0,9356 -0,3% 0,9385 0,9395 -0,3% EUR/GBP 0,8249 -0,3% 0,8270 0,8274 -0,3% USD/JPY 149,82 +0,5% 149,25 149,34 -4,8% GBP/USD 1,2625 -0,4% 1,2663 1,2706 +0,9% USD/CNH (Offshore) 7,2955 +0,4% 7,2706 7,2592 -0,5% Bitcoin BTC/USD 84.505,65 +0,2% 86.180,65 86.803,05 -10,7% ROHÖL zuletzt VT-Settlem. +/- % +/- USD % YTD WTI/Nymex 70,17 68,62 +2,3% +1,55 -1,0% Brent/ICE 73,85 72,53 +1,8% +1,32 -0,8% GAS VT-Settlem. +/- EUR Dutch TTF 45,24 41,41 +9,2% +3,83 -17,7% METALLE zuletzt Vortag +/- % +/- USD % YTD Gold (Spot) 2.877,46 2.916,21 -1,3% -38,75 +9,7% Silber (Spot) 31,45 31,87 -1,3% -0,42 +8,9% Platin (Spot) 956,20 967,98 -1,2% -11,78 +5,4% Kupfer-Future 4,57 4,54 +0,7% +0,03 +13,5% YTD bezogen auf Schlussstand des Vortags ===
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